Habermehl, Paul

von Gerhard Wunder

Paul Habermehl ist unter den lebenden Historikern der beste Kenner der Neustadter Geschichte. Er wurde 1934 im inzwischen eingemeindeten Mußbach geboren, studierte in Mainz Geschichte, Deutsch und katholische Religion fürs Lehrfach und unterrichtete im Neustadter Leibniz-Gymnasium bis zu seiner Pensionierung 1999 als Studiendirektor. Außerhalb seines Berufs engagierte er sich in mehreren kulturellen Vereinen. So war er im Neustadter Historischen Verein Schriftführer, erster Vorsitzender (1981–1990) und Herausgeber der Veröffentlichungen, beim Museumsverein der wissenschaftliche Vater und Mitgründer, bei den „Hambachern“ Mitgründer des Vereins und Chefredakteur der Zeitschrift. Seine vielen Aufsätze und Bücher behandeln schwerpunktmäßig das alte Neustadt (vor 1914) und den Ortsteil Hambach (wo er wohnte) und nur beiläufig die NS-Zeit. Die Aufarbeitung der NS-Herrschaft hat er weder wohlwollend gefördert noch ablehnend gehemmt und gelegentlich selbst einige Mosaiksteine dazu beigetragen. Alle seine Arbeiten sind voller Einzelheiten, gut dokumentiert und absolut zuverlässig. Habermehl ist dafür bekannt, dass er bei wissenschaftlichen Meinungsverschiedenheiten seinen Standpunkt auch in der Öffentlichkeit hartnäckig vertritt, wie Beispiele in der Vergangenheit (über Hauswappen gegen Westrich) und Gegenwart (über die Bezeichnung „Konzentrationslager Neustadt“ gegen Dittus) zeigen.

Quellen

Landesarchiv Speyer T1. In diesem Bestand des Historischen Vereins der Pfalz befinden sich auch die Unterlagen der Bezirksgruppe Neustadt 1915–2009.

Literatur

Klaus Peter Westrich (Hrsg.), Neustadt. Neustadt a. d. W. 1975. Jubiläumsschrift zum Stadtrecht 1275, Sammelband mit den drei ersten Aufsätzen Habermehls über Neustadt nach alten Karten, im Pfälzischen Erbfolgekrieg und Spanischen Erbfolgekrieg.

Paul Habermehl (Hrsg.), Leibniz-Gymnasium Neustadt. Neustadt a. d. W. 1992. Festschrift zu hundert Jahren Altbau, Sammelband mit drei eigenen Beiträgen des Herausgebers.

Paul Habermehl (Hrsg.), Schriftenreihe der Bezirksgruppe Neustadt im Historischen Verein der Pfalz. Unter anderem Band 11 Teilband 1, 2, 3 und 4 über das Liebfrauenstift, das gewichtigste Werk des Herausgebers mit vielen eigenen Artikeln, Band 12: das Neustadter Häuserbuch, mein persönliches Lieblingsbuch, Band 13: Vorbei, die Geschichte der Juden in Neustadt, zuletzt Band 16: Deutschlands Wiedergeburt, zum Hambacher Fest 1832.

Paul Habermehl (Hrsg.), Sonderdrucke des Historischen Vereins, Bezirksgruppe Neustadt. Unter anderem Nr. 1: Das Hambacher Fest 1832, 1983, Sammelband; Nr. 15: Paul Habermehl, Die obere Hauptstraße, 2014, 106–111 über Bombenopfer und Wiederaufbau; zuletzt Sonderdruck 16: Paul Habermehl, 1150 Jahre Hambach, 2015.

Die Hambacher e. V. (Hrsg.), Die Hambacher. Zeitschrift für Heimat- und Kulturpflege, mit vielen Artikeln von Habermehl, z. B. „Leben in der NS-Diktatur…einer Hambacher Großfamilie“, in Heft 51, 2018, 26–27.

Rheinland-Pfälzische Bibliographie, https://rpb.lbz-rlp.de/cgi-bin..., Aufruf zuletzt am 20.06.2020. Listet zum Stichwort „Verfasser: Paul Habermehl“ 131 Titel auf.

Inge Kirsch, Meister der Ortsgeschichte, in: Die Rheinpfalz, 05.04.2014. Habermehl wird 80.

Uta Müller, Paul Habermehl wurde 85, in: Die Hambacher 54, 2019, 7.

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