Westrich, Klaus Peter (Stadtarchivar)

von Gerhard Wunder

Klaus (auch: Claus) Peter Westrich wurde 1930 in Kaiserslautern geboren, ist verheiratet und hat vier Kinder. Nach juristischen und historischen Studien arbeitete er hauptsächlich als Journalist in Kaiserslautern und leitete dann 22 Jahre lang (1974–1995) Archiv und Museum der Stadt Neustadt. Das Archiv wurde vorher von dem pensionierten Pfarrer Otto Waffenschmidt in Teilzeit betreut, der 1973 wegen Krankheit ausfiel und kündigte. Da stand gerade das Jubiläum „700 Jahre Stadtrechtsverleihung“ am 6. April 1975 bevor. Pirmin Spieß, der damalige Vorsitzende des Historischen Vereins in Neustadt, sprang ein, indem er die Autoren für die geplante Festschrift zusammensuchte und Westrich dem damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Brix (1965–1981) als neuen Stadtarchivar empfahl. Westrichs erste Aufgabe war die Fertigstellung der Festschrift „Neustadt“ zum 700-jährigen Stadtjubiläum, die Ende 1975 erschien. Ihre 41 Beiträge reichen zwar bis 1975, erwähnen aber die NS-Zeit nur in wenigen Sätzen. So konnten andere Autoren als erste die Lücken ansatzweise füllen, z. B. Gerhard Wunder 1978 mit ein paar Seiten über die Geschichte der Neustadter SPD. Derselbe versuchte in einem öffentlichen Vortrag am 23. September 1986 eine erste Gesamtschau der NS-Zeit in Neustadt, forschte dann aber aus verschiedenen Gründen nicht weiter und verzichtete auf eine Veröffentlichung, anders sein Freund Westrich. Dieser stellte eine detailreiche Ausstellung über „Neustadt im Nationalsozialismus“ zusammen, die vom 9. November 1988 bis zum 28. Februar 1989 in den damaligen Räumen des Stadtarchivs im Klemmhof gezeigt wurde und in der Bevölkerung großen Zuspruch fand. Die Ausstellung floss aber nicht in eine größere Veröffentlichung ein, weil Westrich dafür „die Zeit noch nicht reif“ und die Aufgabe für einen einzelnen wohl auch für zu schwer hielt. Später geriet er wegen anderer Themen öffentlich und innerhalb der Verwaltung in die Kritik, so dass er enttäuscht mit Vollendung des 65. Lebensjahrs 1995 „gern“ und befreit von gesellschaftlichen Zwängen aus dem Amt ausschied. 2015 zog er nach Kaiserslautern zurück und starb dort 2017.

Quellen

Stadtarchiv Neustadt (StANW) Personalakte Waffenschmidt. Eine Personalakte Westrich existiert nicht.

StANW Nachlass Wunder. 23 NS-Mappen zu seinen Veröffentlichungen und Vorträgen, 1997 dem Archiv überlassen. Was Westrich ausstellte, lässt sich nicht rekonstruieren.

Privatarchiv Wunder, persönliche Erinnerungen und Gespräche mit Habermehl und Spieß. Das Privatarchiv ist nicht zugänglich und die Gespräche wurden nicht aufgezeichnet.

Literatur

Klaus-Peter Westrich, Neustadt an der Weinstrasse. Beiträge zur Geschichte einer pfälzischen Stadt. Neustadt a. d. W. 1975. Festschrift der Stadt, Sammelband.

Gerhard Wunder, Chronik, in: Hundert Jahre Neustadter SPD. Neustadt 1978, 11–68, hier 57–66. Vertiefung in Gerhard Wunder, Die Sozialdemokratie. Neustadt a. d. W. 1985, 74–87.

Rheinland-Pfälzische Bibliographie, https://rpb.lbz-rlp.de/cgi-bin..., Aufruf zuletzt am 20.06.2020. Stichwort „Verfasser: Klaus Peter Westrich“. Aufgelistet sind 134 Titel aus den Jahren 1964–2005. Die größeren Werke seien hier genannt: Julius Fillibeck Söhne, 1977 (224 S.); Geinsheim, 1988 (Ortsgeschichte, Sammelband); Aus der Geschichte der Feinpapierfabriken Julius Glatz, 1991 (242 S.); 125 Jahre Neustadter Volksbank, 1991 (119 S.); Und es werde Licht, 1996 (100 Jahre Stadtwerke, 103 S.).

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